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Kapitel 6: Kleben
Haltbarkeit
Beim Kleben sind wir oft misstrauisch bezüglich der langfristigen Haltbarkeit.
Fast jeder hat schon negative Erfahrungen gemacht mit spröde gewordenen
Klebungen.
Sogar bis heute noch werden manche Klebebänder aus Baumharz und in Benzin
gelöstem Kautschuk gemacht. Diese Mischung ist aber nicht alterungsbeständig.
Wer vor Jahren damit Papier geklebt oder Landkarten repariert hat, findet heute
oft nur noch hässliche braune Spuren vom Klebstoff und abgelöste Reste
vom Trägermaterial.
Auswahl des Klebstoffs
Es ist sehr wichtig, zunächst den richtigen Klebstoff auszuwählen
und ihn auch
sorgfältig zu verarbeiten. Einen „Alleskleber“ gibt es nicht
wirklich, auch
wenn das auf manchen Tuben noch draufsteht. Diese Universalkleber können
zwar vieles, aber nur weniges besonders gut.
Besser ist es, Sie nehmen für anspruchsvolle Klebungen einen Spezial –
Klebstoff, der für die entsprechende Aufgabe vorgesehen ist.
Vorbereitung der Klebestellen
Klebestellen müssen generell sauber und trocken sein. Meist unbewusst
sind die Klebestellen nicht wirklich fettfrei !
Selbst ein unbedachter Fingerabdruck kann durch das enthaltene Fett dafür
sorgen, dass die Klebung nicht hält. Es ist sehr wichtig, die Klebestelle
nach der Reinigung mit einem geeigneten Mittel zu entfetten. Besonders gut geeignet
ist Aceton (gibt es in jeder Apotheke), allerdings löst Aceton die Oberfläche
von Kunststoffen und Lacken an oder auf. Also Vorsicht! Weiter geeignet ist
Reinigungsbenzin, Alkohol (Isopropanol) und Brennspiritus. Oft reicht auch ein
Brillenputztuch.
Es ist vorteilhaft, die Klebestellen mit Sandpapier vorsichtig aufzurauen.
Lackierte Flächen müssen ab- oder zumindest angeschliffen werden.
Durch das Aufrauhen wird die zu verklebende Oberfläche vergrößert
und sorgt so für besseren Halt.
Die Klebfuge
Die Klebefuge sollte möglichst dünn sein. Der Klebstoff sollte möglichst
gleichmäßig aufgetragen werden.
Arbeiten Sie mit gleichmäßigen, dünnen Klebstoffschichten!
Ausnahmen sind Zweikomponenten - Klebstoffe, Montagekleber
und Heißklebepistolen: Hier darf die Klebstoffschicht ruhig dicker sein.
Es kann bei einer Reparatur nicht schaden, die Klebestelle durch eine zusätzliche
Hülse oder ein kleines Blech zu verstärken. Insbesondere bei kleinen
Bruchstellen oder Klebungen, die anschließend schälenden Belastungen
ausgesetzt sind, wird die Konstruktion hierdurch viel stabiler.
Langsam härtende Zweikomponentenkleber haben eine innere Festigkeit, die
der vieler Materialien sehr nahe kommt. Unter Zugabe von Wärme verkürzt
sich Aushärtungszeit drastisch und die Belastbarkeit wird verbessert.
In vielen Goldschmiedewerkstätten findet man das Produkt „Uhu plus
endfest“.
Diesem Kleber gebe ich als Goldschmiedemeister den absoluten Vorrang.
Richtig verarbeitet, hält er mehr, als der mit dem Zusatz „plus endfest“
verspricht !!!
Bei Zimmertemperatur beträgt die Aushärtungszeit ca. 12 Std. Bei ca.
80°C hingegen, ist er nach ca. 50 min. ausgehärtet und die Endfestigkeit
ist deutlich verbessert. Durch die Wärmeeinwirkung ist das Einsatzgebiet
zwar eingeschränkt, aber sämtliche Materialien, die bis zu 100°C
vertragen, können auf diese Weise wirklich endgültig miteinander verklebt
werden.
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